Zitat der Woche

"Deshalb sage ich, dass es hier spukt - mein Laden ist voll von den Geistern der Bücher, die ich nicht gelesen habe. Armen ruhelosen Geistern, die immer um mich herum sind. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Geist eines Buches zu bannen - man muss es lesen."

(Christopher Morley)

Dienstag, 25. Dezember 2012

Gewinnspiel

Tja, es ist Weihnachten und da dachte ich mir mal: Ich starte mein erstes Gewinnspiel.
Ich verlose ein Buch von Care Santos. "Die Geister schweigen".


Klappentext:
"Es gibt nur eine Möglichkeit, eine Frau festzuhalten: indem man sie malt."

Im prächtigen Stadtpalast ihres Großvaters, des berühmten Malers Amadeo Lax, macht die junge Kunsthistorikerin Violeta eine unheimliche Entdeckung. 
Was ist mit den Frauen ihrer Familie geschehen? Was flüstern die Wände des Familiensitzes? Sie sind Zeugen all der großen Ambitionen, verborgenen Leidenschaften, tragischen Verwicklungen - und eines unaussprechlichen Geheimnisses.

Ein mitreißender Roman über vier Generationen von Frauen: Care Santos schiebt die Vorhänge der Zeit beiseite und nimmt uns mit auf die Reise durch das aufregendste Jahrhundert Barcelonas, der stolzen Stadt zwischen Meer und Moderne.

"Diesen Roman liest man nicht nur, man erfährt ihn mit allen Sinnen." El Cultural

Ihr müsst kein Leser meines Blogs sein, freuen würde ich mich darüber natürlich trotzdem sehr! 
Die Aufgabe, um an dem Gewinnspiel teilnehmen zu dürfen, ist ganz einfach:
Schreibt in einem Kommentar direkt hier oder in einer Mail an Sannisinaprigge@googlemail.com einen Satz über Bücher. Darüber, was sie euch bedeuten, was sie besonders macht, irgendetwas, was euch spontan einfällt.
Mein Lieblingsbeitrag wird gewinnen, wenn ich mich jedoch nicht entscheiden kann, lose ich zwischen meinen Favoriten!
Das Gewinnspiel läuft bis zum 31.12.2012.
Wer mitmachen will, muss über 18 sein oder die Einverständniserklärung seiner Erziehungsberechtigten haben.
Ein Wohnsitz in Deutschland, an den ich das Buch dann schicken kann, muss ebenfalls vorhanden sein.

Frohe Weihnachten euch allen! :)

Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen

"Er rührte sich nicht, genauso wenig wie ich; es war, als ob eine Brise durchs Fenster hereinwehte und uns die letzten paar Zentimeter zueinanderbrachte. Erst die Ellbogen, dann die Schultern, dann seine Arme, die sich um mich legten, mich an ihn zogen, und ich hob mein Gesicht zu ihm empor, legte meine Stirn an seine Wange, ein banger Teenager, und wir küssten uns, ein schrecklicher Kuss aus Mitleid, oder Kummer, und doch schön, weil es George war und ich ihn hatte küssen wollen, seit ich denken konnte. Ganz sacht, nur auf die Lippen, nur ein Kuss, ganz leicht. Sein Mund schmeckte nach Sonnenschein und Wachheit und Erwachsenwerden.
  Es war, als würden wir den Raum neu besetzen. Ein Raum voller Leerstellen barg nun zwei, die einander seit Jahren kannten. Lockte, lud ein, mit einer alles durchdringenden, erschreckenden Süße, mein Gesicht und seine Finger, hellwach, Hände strichen über Schultern und Gesichter und Rücken, krallten sich fest, obwohl die Wege schon auseinanderliefen. Die Woge türmte sich höher und höher, wir pressten uns enger aneinander, drängender, suchten neue Wege, von der Schwerkraft nach unten gezogen, doch dann ließen wir allmählich voneinander ab, kamen zur Ruhe. Küssten uns mit weniger Hast. Pausen. Verzierungen. Satzzeichen. Ich hielt seine Arme fest umklammert. Behalt das in Erinnerung, dachte ich. Er blieb nah bei mir, umfasste mein Gesicht und meine Schultern, strich mir über den Nacken, und vielleicht eine Stunde oder länger standen wir einfach so beieinander, ganz still, nur Hände und Lippen und Haut.
  Danke, sagte ich. Immer noch mit geschlossenen Augen.
Niemand hat das gesehen, sage ich. Nicht mal ich.
  Aber ich, sagte er."

978-3-8333-0853-6

Durch Zufall in den Stapel der ausrangierten Leseexemplare gegriffen, sich nichts bei der Wahl gedacht.
Und so gnadenlos überrascht worden von diesem Buch.
Unglaublich.

Freitag, 21. Dezember 2012

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Weihnachtszeit in der Buchhandlung

Mal ganz abgesehen davon, dass wir alle tierisch viel arbeiten müssen und jede Menge Leute krank sind,
kann man zu der Weihnachtszeit im Buchhandel nur eins sagen: Hütet euch!
Klar hat man das ganze Jahr über die verschiedensten Kunden, mal sind sie nett, mal eben nicht.
Aber in der Weihnachtszeit geht dies schrecklich weit auseinander.
Entweder haben die Leute total gute Laune und man freut sich wirklich darüber, sie bedienen zu dürfen.
Oder es ist ganz schrecklich.
Gestern wurde ich von einer Kundin sogar tierisch angemacht für etwas, für das ich nun wirklich nichts konnte. Und zwar wirklich unnormal laut und unfreundlich.
Und wie viel sie an unserem kostenlosen (!!!) Einpackservice rummeckern, wirklich unglaublich. Sollen sie ihre Geschenke doch verdammt nochmal selbst verpacken!

So, dem Ganzen musste jetzt mal Luft gemacht werden.
Anbei ein Bild vom 22.06. diesen Jahres, was mir zeigt, dass auch wieder andere, unstressige Zeiten kommen.
Qualität von meiner Handykamera wie immer TOP!


Sonntag, 16. Dezember 2012

3. Advent

Wann hören wir eigentlich auf, Kinder zu sein?
Wann hört die Fantasie damit auf, der größte Teil in unserer Welt zu sein?
Wann ist es vorbei mit der uneingeschränkten Ehrlichkeit?


Freitag, 7. Dezember 2012

Zeitenlos


"Zeitenlos - Der Anfang" von Shelena Shorts
Baumhaus Verlag
ISBN: 978-3-8432-1000-3
Preis: 8,99€
genau 358 Seiten Text
auf Deutsch








"Ich stand auf Klassiker und hatte eine ganz besondere Vorliebe für gebrauchte Bücher, am liebsten mit Widmung und Datum. Solche Einträge führten dazu, dass ich meiner Fantasie freien Lauf ließ und mir ausmalte, wie der frühere Besitzer wohl ausgesehen haben mochte. Gebrauchte Bücher hatten einfach mehr Charakter, fand ich."

"Ich war es gewöhnt, mich immer unter Kontrolle zu haben, doch jetzt hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, nicht ich selbst zu sein, sondern mich in jemanden zu verwandeln, der diesen Typen mehr als alles andere auf der Welt wollte. Ich konnte nicht beschreiben, was in mir vorging, wenn ich mit ihm zusammen war. Mein Verstand wusste so wenig von ihm, aber in meinem Herzen kannte ich ihn in- und auswendig. Deshalb war ich auch so sicher, dass ich ihn wollte.
An jenem Tag wurde mir klar, dass ich niemals mehr dieselbe sein würde. Ich wollte ihn nicht nur in meinem Leben haben, ich hatte das Gefühl, als sollte ich mit ihm zusammen sein, auch wenn das keinen Sinn ergab."

"Ich war immer ein Kopfmensch gewesen, der Glück und Freude in Gedanken und Ideen suchte. Erst jetzt begann ich zu erkennen, dass Glück aus dem Herzen kommt, und an jenem Abend sprach mein Herz mit mir, sehnte sich nach dem Gefühl, das ich hatte, wenn ich mit Wes zusammen war."

"Welchen Sinn hätte das Leben, wenn ihr nicht gemeinsam die Dinge tut, die euch Spaß machen, solange ihr das könnt?"

Azriel

Und ein weiterer Post zum Betalesen.

Dieses Mal widme ich mich einem bestimmten Charakter, aus der Geschichte, die mich so sehr staunen lässt.
Es geht um Azriel, den Dämonen.
Auch wenn ich bisher erst 10 Kapitel der Geschichte kenne, bin ich sehr beeindruckt von ihm.
Wie man auf meinem Blog ja schon mitbekommen hat, hat mich noch nie ein Charakter so sehr fasziniert wie der des Damon Salvatore aus Vampire Diaries (Bücher und auch Serie, auch wenn beide sehr verschieden sind!!!).
Doch Azriel hat bisher durchaus das Zeug dazu, sich dem anzunähern. Auch wenn ich ihn bisher erst "oberflächlich" beschreiben kann.
Sein Aussehen, mit den strubbeligen, ganz hellen Haaren und den "gelben" Augen, sagte mir zuerst gar nicht zu, doch kann man ihn sich einfach so supergut vorstellen.
Da Anne mir erlaubt hat, ein paar Zitate aus den ersten Kapiteln zu verwenden, werde ich dies glatt tun, wobei ich sagen muss, dass das allerletzte - aus dem erst heute gelesenen zehnten Kapitel - einfach bisher am besten ist.

Er schob die Kapuze seines schwarzen Pullis vom Kopf und schüttelte die blonden, fast weißen Haare. Hinten hatte er sie, wie fast immer, zu einem Minizopf gebunden, vorn sahen sie eher so aus, als wäre er nur knapp einem Staubsauger entkommen. Und das war nicht wegen der Kapuze...er sah einfach immer so aus.
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"Du hast dich die letzten Tage nicht blicken lassen, also habe ich mir Sorgen gemacht und beschlossen, nach dir zu sehen." Er grinste und diesem ironischen Zug in seinen Mundwinkeln konnte man einfach nicht glauben.
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Auf einmal konnte ich direkt hinter mir Schritte hören und bevor ich auch nur im entferntesten Sinne reagieren konnte, wurde ich herum gewirbelt und gegen einen Baumstamm gedrückt.
„Hallo, hallo, wen haben wir denn da?“

Azriel lachte und diesmal klang es nicht sarkastisch. Dann lächelte er mich an. „Bist du sauer?“
Erst jetzt merkte ich, dass er mich immer noch festhielt, immer noch an den Baumstamm drückte.
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Obwohl er ein paar Zentimeter kleiner war als ich, ging auf einmal eine wahnsinnig bedrohliche Aura von ihm aus, vor der ich mich am liebsten weggeduckt hätte. Seine Augen wurden zu Schlitzen, die an ein gefährliches Raubtier erinnerten. „Wenn du sie eingesperrt hättest, hätte ich dich gesucht und dich auf die grausamste Art und Weise umgebracht, die du dir vorstellen kannst. Dann wäre ich in euer Gefängnis gewandert, hätte jedem den Kopf abgerissen, der sich mir in den Weg gestellt hätte und hätte sie wieder rausgeholt.“

Immer ironisch grinsend, selten ernst redend. Definitiv arrogant. Ein Arschloch-Typ eben. Aber einer mit gutem Herzen wie es aussieht.
Er könnte verschwinden, wann immer er wollte, müsste sich nicht in Gefahr begeben, doch aus irgendeinem Grund kommt er immer wieder zu Noé. Ich bin gespannt darauf, zu erfahren, was dahintersteckt, denn bei einem bin ich mir sicher: Nicht nur Freundschaft ist der Grund dafür. Ich würde fast wetten, dass sogar mehr als Liebe dahintersteckt, aber ich muss mich wohl noch ein wenig gedulden bis ich das erfahre.



Und nochmal ein Bild, weil ein Post ohne Bild doof ist.
Der Wald vor meiner Tür am 25.11.2012.

Freitag, 30. November 2012

So bitterkalt


So bitterkalt von Johan Theorin
ISBN: 978-3-492-05551-2
Preis: 19,99
Piper Verlag
auf Deutsch
465 Setien reiner Text

"Und doch fängt jeder an derselben Stelle an;
wie kommt es, dass die meisten ohne Schwierigkeit weiterkommen, einige wenige aber den Weg verlieren?"
John Barth, Ambrose im Juxhaus

Ein seltsames Buch. Irgendwie größtenteils sehr unspannend geschrieben. Unblutig sowieso. Und doch verdammt fesselnd.
Wahrscheinlich wären selbst Psychologen von diesen Charakteren überfordert.
Eine große "Liebe", die der Kernpunkt für alles ist. Zwei um genau zu sein sogar. Bis zum Ende versteht man nicht alle Hintergründe, nur nach und nach wird Jans Vergangenheit immer weiter beleuchtet, die der anderen bleibt dabei aber größtenteils außen vor. Stört dies einen zunächst nicht, wird erst am Ende klar, dass man - genau wie der Protagonist selbst - nur einen einzigen Blickwinkel auf die Gesamtheit hatte. Und genau das wird zum Verhängnis.
Das Ende ist gleichermaßen unbefriedigend (ich hatte ehrlich gesagt noch lange mit einem Happy End gerechnet) als auch perfekt. Die Besessenheit kann einen blind für das machen, was sich direkt vor der eigenen Nase befindet.
Und das Ende ist offen.

"Wann hören wir auf, Kinder zu sein?"

"Nur wer in sich selbst ruht, kann Vertrauen zu anderen haben."

"[...] das Gefühl, Außenseiter zu sein, ist in einem Raum voller Fremder, die zusammenstehen und miteinander reden und lachen, immer überwältigend."

"Echte Liebe stirbt keinen natürlichen Tod. Sie wird von denen ermordet, die über uns bestimmen."

"Chaos ist Freiheit. Mit meinen Liedern will ich der Verunsicherung huldigen. So, wie wenn man an der äußersten Kante der Bühne steht und manchmal über den Rand fällt."

"Risse lassen Licht herein."

Sonntag, 25. November 2012

Erster Bericht vom Testlesen :)

Wie ich bereits vor einigen Tagen erwähnt habe, darf ich mich nun offiziell Beta-Leserin nennen!
Zum Post geht es hier: Klick!

Nachdem ich die ersten vier Kapitel nun schon durch habe (und so viel rot angestrichen habe, dass ich mich schon beinahe schlecht fühle, obwohl es nur kleine Formulierungssachen sind) mein erster Bericht dazu.
Die Geschichte gefällt mir bisher super, auch wenn ich ja noch total am Anfang bin. Der lockere und "normale" Schreibstil gefällt mir super.
Die Protagonistin und ihre beste Freundin sind sehr unterschiedlich, was ich total witzig finde, passen aber irgendwie trotzdem sehr toll zueinander. Ich kann mir beide wirklich lebhaft vorstellen.
Auch wenn noch nicht viel vom angekündigten Inhalt zu lesen war, lässt mich diese Geschichte noch mehr erwarten. Größeres.
Es ist komisch, denn ich will ja nicht zu viel verraten.. doch allein die Art des Dämonen Azriel gefällt mir schonmal super. Diese scheißegal Haltung, bei der man aber trotzdem merkt, dass noch mehr dahintersteckt. Und das, obwohl er bisher erst zwei Mal kurz auftauchte. Ich mag ihn jetzt schon sehr.

Nun einfach nochmal ein Teil der kleinen Zusammenfassung, die ich von Anne höchstpersönlich bekommen habe:

Die Engel. Unsterbliche Wesen, die schon seit hunderten von Jahren die oberste Regierung der Menschen bilden. Seit das neue Magistrat an der Macht ist, hat sich für die Menschen viel geändert: Der Handel und Kontakt mit den Dämonen, die oft lebenswichtige Güter brachten, ist verboten und wird mit langer Haft oder sogar dem Tod bestraft.
Seit Noés Vater von den Unsterblichen ermordet worden ist, hat diese eine tiefe Abneigung gegen die oberste Regierung ihres Landes entwickelt. Noch dazu ist sie seit zehn Jahren mit dem Dämonen Azriel befreundet. Doch dann trifft sie auf Nero - ebenfalls ein Unsterblicher und Sohn des derzeitigen Magistratsvorsitzenden - und ihre Sicht auf die Welt beginnt, sich zu drehen.

Ich muss gestehen, dass ich zunächst ein wenig Probleme mit dem Namen der Protagonistin hatte.
Noélia - Noé. Aber ganz ehrlich? Ich habe mich nach den ersten Kapiteln schon so daran gewöhnt, dass ich mir einfach keinen anderen Namen mehr vorstellen könnte. Seltsam sowas.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf mehr und ich hoffe, dass ich auch euch neugierig machen konnte - wobei das wohl Annes Text sowieso am besten geschafft hat. 

Und jetzt noch ein Bild, weil ein Post ohne Bild doof ist.
Lüneburg im April.

Freitag, 23. November 2012

Villa des Schweigens


Villa des Schweigens von Ulrike Rylance
ISBN: 978-3-423-71513-3
Preis: 6,95€
genau 235 1/2 Seiten

Klappentext:
DER TOD WOHNT NEBENAN...
Ein WG-Zimmer in einer riesigen alten Villa - was für Nina zunächst nach großem Abenteuer und jeder Menge Spaß klingt, wird schon bald zum reinsten Horror. Es verschwinden Dinge aus ihrem Zimmer und sie fühlt sich permanent beobachtet. Spätestens als die Freundin ihres Mitbewohners nach einer Party tot im Flur liegt, weiß Nina, dass sie in allerhöchster Gefahr schwebt.

Inhalt:
Nina geht für einen Ferienjob nach Leipzig, wohnt zunächst bei ihrer Tante, will wegen der nervigen Zwillinge jedoch sofort dort weg. Als sie endlich ein super Zimmer findet, holt sie sofort ihre Sachen und zieht ein.
Doch jeder der Mitbewohner ist auf seine eigene Art seltsam.
Claire - das einzige Mädchen, hat extreme Stimmungsschwankungen. Es wechselt zwischen "Ninas neue beste Freundin" und "Fass meine Sachen nicht an, ich will dich nicht sehen.".
Benjamin - der dunkelhaarige Junge, der so gut wie nie einen Ton sagt und somit sehr mysteriös wirkt.
Stefan - der hübsche Typ mit Barbie-Freundin, die ihn nur zu nerven scheint, an der er aber trotzdem jeden Tag hängt.
Und Julius - den Besitzer des Hauses, dessen Sachen man nicht anfassen darf. Der vergammeltes Essen isst, komisches Verhalten an den Tag legt und einmal drogenabhängig war.
Kaum hat sich Nina ein wenig mit Lauren, Stefans Freundin, angefreundet und schon ein paar Details zu den so verschiedenen Mitbewohnern herausbekommen, wird Lauren umgebracht.
Es wird als Selbstmord hingestellt, doch das Gedicht in Laurens Hand spricht Bände. Sie hat es nicht selbst geschrieben. Genauso wie Nina die seltsamen Gedichte, die in ihrem Zimmer aufgetaucht sind, nicht selbst geschrieben und sich auch die Schokolade und die Blumen nicht selbst auf das Bett gelegt hat.
Fragte sie sich bisher, ob dies eine Anmache oder eine Drohung war, steht für sie nach Laurens Tod fest, dass auch sie selbst sich in Gefahr befindet.
Aber wer ist der Mörder? Stefan, der an dem Abend mit ihr Schluss gemacht hat? Benjamin, in dessen Armen sie Lauren kurz vorher heimlich beobachtet hat? Claire, die sie sowieso nie abkonnte? Julius, der komische Kautz, denn schließlich starb Lauren an einer Überdosis? Oder war es vielleicht gar keiner ihrer neuen Mitbewohner?

Meinung:
Spannend bis zum Ende, jeder macht sich irgendwie verdächtig, doch ein wahres Motiv sucht man vergebens. Und was hat das ganze mit Nina zutun, schließlich bekommt ja auch sie Gedichte in ihr Zimmer?
Ebenfalls spannungssteigernd sind die kurzen Abschnitte, die aus Sicht des Täters geschrieben sind, ohne zu verraten, wer es ist. Hingegen etwas ausgelutscht ist dann am Ende das tatsächliche Motiv, wobei natürlich trotzdem plötzlich alles einen Sinn ergibt, zusammenpasst und man sich als Leser fragt, warum man nicht schon früher darauf gekommen ist.
Schade ist auch, dass die seltsamen Eigenarten nicht bei allen Mitbewohnern aufgedeckt werden. Bei einem bleiben für mich am Ende noch offene Fragen, was ich äußerst unschön finde. Das mal so als größten Kritikpunkt.
Zum empfehlen für Mädchen ab 14/15.

"Hass.
Laut Wörterbuch eine sehr starke Abneigung gegen jemanden oder etwas.
Synonyme sind Abscheu und Übelwollen. Kein Plural.
Wie lächerlich.
Das reicht nicht aus.
Was ich für das Mädchen empfinde, ist mehr als Abscheu oder Übelwollen.
Hass ist, wenn man jemandem den Tod wünscht.
Wenn man diesen Jemand zum Schweigen bringen will. 
Für immer.
Gegenwort ist Liebe."

Lügenbeichte


Lügenbeichte von Beate Dölling und Didier Laget
ISBN: 978-3-423-78260-9
Deutscher Taschenbuch Verlag
Preis: 6,95€
genau 308 1/2 Seiten

Klappentext:
WER EINMAL LÜGT...
Überraschender Besuch, leidenschaftliche Küsse, ein Augenblick der Unaufmerksamkeit - und plötzlich ist Josis kleiner Halbbruder Lou verschwunden. Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot nach ihm und findet... die Leiche einer jungen Frau. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lous Verschwinden und der Leiche? Und warum wird Josis Vater so sauer, als die Polizei ihn wegen der jungen Frau befragt? Als Josi nachforscht, verschwimmt die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge immer mehr...


Inhalt:
Der Klappentext verrät eigentlich schon das Meiste von dem, was man schreiben kann, ohne zu viel zu verraten. Josi hat einen neuen Freund, soll aber eigentlich Babysitten, doch für ihr erstes Mal mit Max muss der kleine Bruder schon mal alleine unten auf dem Sofa einen Film gucken. Danach ist er spurlos verschwunden. Was zuerst nach einem Streich aussieht, wird zur bitteren Wahrheit und die Polizei wird eingeschaltet.
Max und Josis eigener Vater geraten sogar unter Mordverdacht.
Doch worum sich dieses Buch dreht, sind - wie der Titel schon sagt - die Lügen
Max hat Josi angelogen, denn schon als er zur Toilette ging, saß Lou nicht mehr auf dem Sofa.
Josis Vater lügt noch viel mehr, denn er hatte eine Affäre mit der nun toten jungen Studentin.
Und sogar Josi selbst erwischt sich bei einer kleinen Lüge dem Polizeibeamten gegenüber, auch wenn dies nur eine Trotzreaktion war. Wie schnell das geht, mit den kleinen Lügen, ist also offensichtlich. 
Doch wer lügt, hat auch was zu verbergen, oder? Wer hat Lou entführt und wer die junge Frau ermordet? Oder war es vielleicht sogar ein und der selbe Täter?

Meinung:
Ich finde es ja immer schade, wenn man relativ schnell weiß, wer der Täter ist. Doch bei diesem Buch ist diese Tatsache nicht sonderlich dramatisch, es bleibt trotzdem spannend und man wartet immer noch gespannt auf mehr Details. Schade ist nur, dass Josi hier sehr naiv erscheint und bis zur letzten Sekunde nicht zu bemerken scheint, was doch für den Leser offensichtlich ist: Wer der verdammte Täter ist.
Ihr Zwiespalt den Personen, die sie liebt, gegenüber ist sehr gut dargestellt. Es zeigt, wie das Vertrauen zu Menschen durch Lügen einen Knacks bekommt und appelliert so meiner Ansicht nach sehr stark an die Ehrlichkeit. Gut so!
Ein durchaus lohnenswertes Buch, aber trotz des witzigen Covers nicht unbedingt zu unterschätzen. Mädchen unter 13/14 würde ich es auf jeden Fall nicht empfehlen.

"Wenn man ein Problem nicht lösen kann, vergiss es für einen Moment und betrachte es dann aus einem anderen Blickwinkel."

Mittwoch, 21. November 2012

Ein Abenteuer passiert dem, der es am wenigsten erwartet


Zwei Bücher, auf die ich eine ganze Weile gewartet habe.
Zwei "zweite Teile", die man eigentlich sofort nach dem ersten Teil lesen will.
Zwei Teile, die ich sogar besser fand als die ersten Teile.
Und doch zwei ganz unterschiedliche Fortsetzungen.

Saving Phoenix von Joss Stirling.
Der zweite Teil zu Finding Sky.
Aber eine ganz andere Geschichte, denn diesmal geht es um einen neuen der sieben Brüder, der auf seine ganz eigene Art und Weise seinen Seelenspiegel findet.
Im Vergleich zu Sky im ersten Teil, die keine Ahnung von dem Leben als Savant hatte, hier nun Phoenix, die sehr wohl Bescheid weiß, durch unglückliche Umstände allerdings in einer ganz üblen Bande gelandet ist. 
Sie muss gerettet werden und das passiert auch, mit ganz viel Spannung und mehr Action als im ersten Teil.
Phoenix als Person ist mir super sympatisch  gewesen, ein kleiner Sturkopf, der immer seinen Willen durchsetzen will und sehr sehr wenig von sich selbst hält. 
Passt irgendwie zu mir.

"Es tut..."
"Ich will's gar nicht hörn. Jedes Mal, wenn du den Mund aufmachst, sagst du irgendwas Dummes, das mich wütend macht, darum werde ich dich einfach am Reden hindern." 
Seine Lippen trafen auf meine in einem heißen, schmerzvollen Kuss, der nach Wut und Verzweiflung schmeckte. Feuerwerkskörper explodierten hinter meinen geschlossenen Augen, Funkenstöße in meiner Magengrube.

                                                                                                                                                                  

Hades von Alexandra Adornetto.
Der zweite Teil zu Halo.
Es knüpft direkt ans Ende des ersten Teils an, naja mit ein bisschen Erholpause für die Protagonisten, damit sie ihre erkämpfte Ruhe und Liebe genießen können.
Dass Bethany sehr naiv ist, fand ich im ersten Teil noch ein wenig zu übertrieben, in den zweiten Teil passt es jedoch viel besser rein. Außerdem besteht eine räumliche Trennung zwischen ihr und ihrem Geliebten, sodass sie sich nicht mehr auf ganz so unerträgliche Art und Weise anschmachten. 
Das Vermissen und Besuchen über außerkörperliche Reisen von Bethany wirkt hier einfach nur romantisch und schön.
Und, ganz wichtig, es wird der Punkt erfüllt, der mich im ersten Teil am meisten gestört hat:
Jake, der "Böse", war im ersten Teil sehr offensichtlich der Bad Boy, ganz ohne Charme oder Anziehung, dieses hin und her gerissen sein zwischen "Gut" und "Böse" (verkörpert von den zwei Männern natürlich) fehlt einfach. (Ich sage nur Damon aus Vampire Diaries!!!)
Im zweiten Teil wird er erstens viel charmanter und zweitens bekommt man sogar ein wenig Mitleid, findet ihn viel anziehender. So ist das richtig!
"L'amour est comme un sablier avec le coeur remplir le vide du cerveau."


Sonntag, 18. November 2012

Winterwunder


"Es ist schwer, einem bösen Jungen zu verzeihen, der ein guter Mann ist."

"Du hast Angst, ihn dir zu nahe kommen zu lassen, weil er dir mehr bedeuten könnte als erwartet!"
"Ich weiß es einfach nicht. Und ich mag es nicht, wenn ich was nicht weiß."

"Die alten Geschichten machen uns mit zu dem, was wir sind - oder was wir ums Verrecken nicht sein wollen."

"Lügen sind einfach Bequemlichkeit."
"Und bequem bist du nie gewesen."

"Die Welt eröffnet ihr neue Möglichkeiten, statt ihr welche zu verschließen. Sie war nie ein Feigling gewesen, hatte nie Angst gehabt, die ersten Schritte auf unsicherem Boden zu tun."

"Vielleicht verlangte oder erwartete sie zu früh zu viel. Doch Malcolm war nicht der Einzige, der wissen wollte, wie Dinge funktionierten, und warum."

"Seiner Ansicht nach hatten Poker und das Leben eine Menge gemeinsam. Man spielte mit den Karten, die man bekam, wog die Chancen ab, ging ein Risiko ein oder auch nicht. Und wenn man schlechte Karten hatte, bluffte man, wenn der Pot es wert war und man den Mumm dazu hatte. Und wenn nicht? Wartete man auf das nächste Blatt."

"Und das, gestand sie sich ein, war es, was sie sich immer gewünscht hatte. Sich einen Namen machen, ja, gute Arbeit leisten, eine gute Freundin, eine gute Schwester sein, etwas aufbauen und mit anderen teilen und dazu noch lieben und geliebt werden, versprechen und ein Versprechen bekommen. Jemanden finden, mit dem sie Hand in Hand ihr eigenes Happy End erleben würde."

"Wenn du eine findest, die du liebst, ganz und gar, und sie liebt dich auch - sogar mit deinen Schwächen, deinen Fehlern - rutscht irgendwie alles an seinen Platz. Und wenn du mit ihr reden kannst, und sie hört zu, wenn sie dich zum Lachen bringt, zum Nachdenken, wenn sie dein Begehren weckt, wenn du durch sie erkennst, wer du wirklich bist und dass es dir mit ihr besser, einfach besser geht, dann wärst du doch verrückt, wenn du nicht den Rest deines Lebens mit ihr verbringen wolltest."

Donnerstag, 15. November 2012

Herbstmagie


"Laurel verstand das Bedürfnis, andere zu versorgen, den Wunsch - sogar die Leidenschaft-, Speisen vor andere hinzustellen und sie zum Essen zu drängen. Das bedeutete Leben und Behaglichkeit, Autorität und Befriedigung. Und wenn man das Essen eigenhändig und mit Geschick zubereitet hatte, war das eine Art sehr handfester Liebesbeweis."

"Glauben Sie daran? Dass es den Einen gibt? Den Richtigen?"
"Oja, für manche Leute. Bei anderen ist es nicht so - wenn es nicht läuft oder sie einen Partner verlieren, versuchen sie es eben mit jemand anderem. Aber für manche gibt es den Einen, von Anfang bis Ende. Kein anderer passt so gut zu ihnen. Keiner rührt so an ihr Herz und lebt darin."

"Liebe ist immer unheimlich."
"Warum?"
"Weil es keine Spannung gibt, wenn keine Angst im Spiel ist."

"Es ist schwer, wenn ich jemanden mehr liebe als er mich, aber damit muss ich klarkommen. Es sind meine Gefühle, dafür bin ich verantwortlich."

"Die Liebe war schön und gut, dachte sie, aber im Einklang miteinander zu sein? Das war nur in einer dauerhaften Beziehung möglich."

I'm a Betaleser

Als angehende Buchhändlerin liest man viel. Oft auch Dinge, die man lieber nicht lesen würde.
Man liest, versucht objektiv zu urteilen. Man unterhält sich mit Kollegen, diskutiert.
Ein Titel wird eingekauft oder auch nicht. Aber wenn ja, muss man ihn auch verkaufen.
Optimalerweise verkauft man Bücher, die man selber geliebt hat.
Aber je nach Kundenbedürfnis muss man eben auch Bücher super anpreisen, die einem nicht gefallen haben (bei mir zum Beispiel alles mit geschichtlichem Hintergrund, ist einfach nicht mein Ding).
Man pickt sich die guten Punkte raus, um ehrlich bleiben zu können (zumindest mache ich das so).

Aber wie ist es, auch mal am Schaffensprozess teilhaben zu dürfen?
Annes Blog habe ich bereits schon einmal vorgestellt, da mich das Thema Schreiben sehr fasziniert.
Aber jetzt auch noch Geschichten lesen zu dürfen, die eben noch nicht perfektioniert sind -
Meine Kritik, positive und negative, ehrlich äußern zu können -
Und dann hoffentlich bald das Ergebnis genießen zu dürfen - Das ist wie ein wahr gewordener Traum für mich.

Wenn ihr auch Betaleser bei der lieben Anne werden wollt, dann haltet euch ran, die Anzahl der Geschichten ist begrenzt! Klickt hier!

Ich werde weiter bereichten und ich hoffe einfach mal, dass ich zumindest eine kleine Hilfe beim fertig stellen ihrer Geschichte sein kann. Mehr als versuchen kann ich es nicht. Und genießen natürlich.

Dienstag, 13. November 2012

"Sommersehnsucht"

Zitateflut Nummer zwei! :)<3

"In Emmas Augen war der Kuss zart und liebevoll. Die Art von Morgenkuss zwischen Liebenden, die wussten, es war noch Zeit, viel Zeit, für tiefergehende, heißere Küsse."

"Gefühle sind Gefühle. Ich verstehe nicht, wie man einem anderen Vorwürfe machen kann wegen dem, was er empfindet."

"Ich glaube, wenn zwischen zwei Menschen etwas läuft, hat das einen Grund. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht, aber einen Grund gibt es immer."

"Sie wusste genau, was sie von der Liebe erwartete - von der Liebe, die einem in den Knochen steckte, die aus dem Herzen kam, die einen mit Haut und Haar packte. Die sollte ewig währen. Sie wollte den Alltag, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Jahr für Jahr, das Zuhause, die Familie, Den Streit, die Unterstützung, den Sex, alles."

"Ich glaube zu lieben ist nie verkehrt. Ob für den Augenblick oder für immer."
"Wir alle wissen, dass Emma stets das >Für immer< wollte."
"Aber das kann man nicht haben, wenn man den Augenblick nicht genießt."

"Ich habe ihn mein Herz sehen lassen. Ich habe es ihm geschenkt, als er noch glaubte, er könnte oder wollte es nicht annehmen. Ich habe es ihm trotzdem gegeben - als Geschenk. Auf die Gefahr hin, dass er es mir brechen würde. Ich war sehr mutig. Liebe ist sehr mutig."

"Ich glaube, wenn man jemandem sagt, dass man ihn liebt, tut man das nicht, weil man was Bestimmtes erwartet. Sondern weil man was zu geben hat."

"Die Liebe kann einen echt fertigmachen, bis man lernt, damit zu leben. Und wenn man das geschafft hat? Dann fragt man sich, wie man bloß jemals ohne leben konnte."

Samstag, 10. November 2012

"Frühlingsträume"


"Zu schnell, zu weit gedacht, das war ihm klar. Aber er konnte nicht anders. Es hatte ihn voll erwischt, so dass er Hals über Kopf in die Liebe hineinschlitterte."

"Man sieht darauf, wie sehr sie sich geliebt haben. Wie glücklich sie einander gemacht haben. Sie haben sich gestritten, gezofft, und ich denke mir, es hat auch Zeiten gegeben, in denen sie die Nase voll voneinander hatten. Aber sie haben sich dennoch geliebt. Ihr halbes Leben lang haben sie diese Liebe erhalten. Und das hast du in diesem Bild eingefangen, weil du es gesehen hast. Du hast es erkannt."

"Die Liebe macht einem Angst, und manchmal ist sie auch vergänglich. Aber es lohnt sich, für sie etwas zu riskieren, es lohnen sich die Nerven,die es kostet. Es lohnt sich sogar der Schmerz."

"Jeder ist schlampig, Mackensie. Manche Leute stopfen ihre Unordnung nur in einen Schrank oder eine Schublade - jedenfalls wenn Besucht kommt. Aber sie ist trotzdem noch da."

"Liebe ist nicht irgendetwas Gestaltloses, Unerreichbares, das nur für Bücher und Gedichte erfunden wurde. Sie ist real und lebendig, und sie ist notwendig. Verdammt. Sie verändert etwas. Alles. Ich kann nicht mehr der sein, der ich war, bevor ich Mac geliebt habe. Es ist lächerlich, das zu erwarten."

"An manchen Dingen kann man einfach nichts ändern. Man kann eine Party darauf machen oder eine Tragödie."

"Ich liebe dich. Ich liebe, was wir beide zusammen sind. Ich liebe, was aus uns vielleicht noch werden kann. Ich werde bestimmt Mist bauen. Du auch, schließlich bist du nicht perfekt. Wir werden einander wehtun und einander zum Lachen bringen. Wir werden miteinander schlafen und uns streiten. Ich möchte, dass wir einander eins versprechen: Dass wir versuchen werden, einander nicht fallen zu lassen. Mehr als versuchen können wir es nicht."

Mittwoch, 7. November 2012

Nora Roberts "Zitatereihe"

"Frühlingsträume"
"Sommersehnsucht"
"Herbstmagie"
"Winterwunder"
Dies ist (zumindest bisher) meine Lieblingsreihe von Autorin Nora Roberts. Dass ich ein kleiner Kitschfan bin, habe ich ja unter "Über mich" bereits verraten, deswegen kann ich das ja nun auch weiter öffentlich breittreten.
Die vier Freundinnen Mac, Emma, Laurel, und Parker betreiben zusammen eine Hochzeitsagentur und leben auch alle unter einem Dach (Naja, zumindest auf einem Grundstück).
Eine ist zuständig für die Torten, eine für die Blumen, eine für die Fotos und eine ist das Planungsgenie.
Wie sollte es auch anders sein: Jedes Buch dreht sich um eine der Frauen und ihren Weg in eine feste Beziehung. Ganz ohne Spannung. Mord oder anderes Zeug, auf das ich sonst so stehe. 
Diese Bücher sind romantisch, witzig und einfach nur wunderschön, besonders wenn man selbst schon oft genug davon geträumt hat, einmal Hochzeitsplanerin zu werden. Die alltäglichen Schwierigkeiten im Beruf, die persönlichen Konflikte mit der Vergangenheit und dem Leben im Allgemeinen und noch vieles mehr trifft hier aufeinander. Ein Buch zum verlieben.
Es ist bereits ein wenig her, dass ich diese Bücher das letzte Mal gelesen habe, aber immer wenn ich wieder mein Zitatebuch durchblättere, fange ich wieder an zu schwärmen. Deswegen werde ich hier und nach und nach in 4 verschiedenen Posts eine Zitateflut auf euch loslassen. 
Ich will zum träumen anregen.

Sonntag, 4. November 2012

Wunschzettel

Ohja, besser zu früh als nie, ein Wunschzettel für Weihnachten :)
Das habe ich zwar seit gefühlten 15 Jahren nicht mehr gemacht, aber los geht's!

Geld, Geld und noch mehr Geld, denn meine Schule wird nicht billiger, die Zeit zum Sparen dafür immer knapper! (KLICK!)
Klamotten, vor Allem warme, ich besitze kaum Pullis
Schuhe! (aber bitte mich aussuchen lassen)
Mein 5. Tattoo, aber das schenkt mir sowieso keiner :D
Druckerpatronen (schwarz Nummer 45, bunt Nummer 23 -> beide von (oder für?) HP)
Ein Wandregal in weiß oder schwarz für meine Küche
Selbstgestrickte Socken und Mützen sind auch immer toll :)
Ein riiiiiesen Poster von Ian Somerhalder (dasdasdasDASDASdas, das geile Googlehintergrundbild am Tresen mit dem Alkohol aus VD, was ich gerade so bei Google nicht finden kann.. oder am besten einfach alle, weil ich mich nicht entscheiden kann!)

Und ein Weihnachtsgeschenk habe ich wie üblich schon verfrüht bekommen: von meinem Papa!

Montag, 29. Oktober 2012

Ohne Titel

Manchmal sollte man einfach die Vergangenheit ruhen lassen. Über Dinge hinwegsehen und auch nicht an die Zukunft denken. Einfach leben. Genießen.
Man kann die schweren Dinge oft genug zumindest ein bisschen vereinfachen, man muss sich nur trauen.



Freitag, 26. Oktober 2012

Montag, 22. Oktober 2012

Rot wie Blut, Schneewittchen..

„Macht wirklich die Vergangenheit uns zu dem Menschen, der wir sind?“ fragt sich Kira, die nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat. Sie fühlt sich falsch in ihrer Welt und wird sowohl in der Realität als auch in ihrem Kopf verfolgt. Doch was tut man, wenn man in eine Rolle gedrängt wird und keiner glauben will, dass alles eigentlich anders abgelaufen ist?
Mit einem neu gewonnenen Freund macht sie sich auf die gefährliche Suche nach der Vergangenheit, der Wahrheit – und sich selbst.
(Warum dieses Buch gekauft werden soll: Von mir verpackt in 500 Zeichen)


"Schwarz wie Schnee" von Jutta Wilke 
von Sauerländer, im September 2012 erschienen
256 Seiten, deutsch
ISBN: 9783411811410
Preis: 14,99€

Kira wacht im Krankenhaus auf, komplett ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben. Während sie sich fragt, weshalb sie weder ihren eigenen Namen noch ihre Mutter wiedererkennt, beginnt aber schon die Unruhe in ihr. 
Alle erzählen, dass ihr Roller in der Kurve von der vereisten Fahrbahn abgekommen ist. Sie sei zu schnell gefahren, habe keinen Helm getragen und solle nun froh sein, das ganze überhaupt überlebt zu haben. Doch warum sind die letzten Erinnerungen, die Kira hat, ganz anders? Sie kann sich an den Schnee und die Bäume erinnern, jedoch an keinen Roller. Sie ist sich so sicher, dass sie die Straße entlanggelaufen ist und noch viel sicherer ist sie sich, dass sie irgendjemand verfolgt hat.
Während sie in ein Leben geworfen wird, was ihr völlig fremd ist, begegnet sie gleich mehreren Leuten, die sie bedrohen und erfährt noch andere schlimme Dinge über ihr "früheres" Leben. Doch warum kommt ihr alles so fremd vor, warum kann sie sich jetzt, nach dem Unfall, noch nicht einmal mit dem Gedanken anfreunden, dass sie früher nur schwarz getragen und geraucht hat?

"Macht wirklich die Vergangenheit uns zu dem Menschen, der wir sind, oder ist es vielmehr die Zukunft, die unser Leben bestimmt?"

Dieser Gedanke ist - zumindest meiner Meinung nach - nicht nur eine Frage, er ist auch eine Ermutigung an alle Leser.

Wie mir schon bei "Wie ein Flügelschlag" aufgefallen ist, gibt es bei Frau Wilke keinen typischen Spannungsbogen. Es beginnt mit einer sehr unklaren Situation, sowohl für den Leser als auch den Protagonisten selbst, geht dann in stetigem Tempo voran, bis plötzlich dieser eine Punkt kommt. Der Punkt, an dem man endlich begreift, an dem endlich Licht ins Dunkel gebracht wird.
Und dann geht auf einmal alles - wie auch im wirklichen Leben - ganz schnell.
Doch bei diesem Buch ist das noch nicht genug, denn offener könnte das Ende kaum sein. Das Ende beschreibt in gewisser Weise einen neuen Anfang, man ist geschockt und wagt kaum zu vermuten, wie die Geschichte dieses Mal weitergehen würde - und dann ist Schluss. Einfach Schluss.

Ohne zu viel verraten zu wollen, muss ich anmerken, dass ein Punkt an dieser Geschichte wirklich zu kritisieren ist: Die Erklärung. Der Grund für alles und die Möglichkeit, wie diese ganzen Dinge überhaupt passieren konnten, ist einfach ausgelutscht. Die Autorin hat sich hier an einem Klischee bedient, hat sich nichts neues einfallen lassen.
Doch wird auch deutlich, dass dies die einzige Möglichkeit war, die Geschichte so entstehen lassen zu können, also sei es verziehen.
Und obwohl ich es super finde, dass bei Frau Wilke alles immer so plötzlich, unerwartet und vor Allem schnell kommt, ist es mir hier doch ein bisschen zu wenig ausgearbeitet. Das, was sie auf 20 Seiten gequetscht hat, würde ein mancher Autor wohl auf Hunderten beschreiben. Doch zumindest 50 hätte Frau Wilke dem Endteil des Buches meiner Meinung nach widmen können.

Samstag, 20. Oktober 2012

Vince Kidd

Ich vergöttere ihn und ich finde, mehr Leute sollten ihn kennen. Zwei neuere Videos zuerst und dann die zwei besten Videos aus The Voice. Ich liebe ihn.

Ein Wunsch..

"Mache einen Plan und verfolge ihn konsequent, sei dabei unbeugsam in deinem Ziel, aber beweglich in den Mitteln." 
(Aus Über den grünen Klee geküsst von Jana Seidel)

Man möchte Beachtung, Aufmerksamkeit, Anerkennung.
Man möchte, dass die Leute sich für das interessieren, was man schreibt.
Man möchte, dass möglichst viele die Begeisterung zu gewissen Dingen teilen.
Man möchte auch in gewisser Weise zumindest ein kleines Stück die Welt verändern.
Meinungen, Ansichten und Überzeugungen verändern.
Loswerden, was man zu sagen hat.
Und gehört werden.

Wir alle haben unterschiedliche Einstellungen, begeistern uns für die verschiedensten Dinge.
Doch kann nicht letztlich jeder etwas von den anderen lernen?

Das geschriebene Wort ehren.
Zum Nachdenken anregen.
Bewegen.

Ich hoffe, dass ich es irgendwann soweit schaffe, dass es die Leute wirklich interessiert, was ich persönlich zu sagen und auch von anderen weiterzugeben habe.

Freitag, 19. Oktober 2012

Vollendet


Vollendet von Neal Shusterman,
432 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783411809929
Preis: 16,99 €
Erscheinungsjahr: 2012
Sprache: Deutsch

Nachdem mir eine Kollegin von diesem Buch vorschwärmte, was mich persönlich vom Äußeren her sowieso schon ansprach, musste ich es natürlich auch lesen.
Da ich gerade im Jugendbuchbereich in letzter Zeit häufiger mit "modernen" Themen konfrontiert war, überraschte es mich umso mehr, dass hier zwei scheinbar gar nicht zusammenhängende Themen kombiniert wurden: Abtreibung und Organspende.

Der Grundgedanke, den viele Menschen in der Gesellschaft wie sie hier beschrieben wird vertreten und welche auch durch Gesetze dingfest gemacht wurde, ist folgender:
Die Abtreibung wurde zunächst vollständig verboten. Eltern waren gezwungen, ihre Kinder zumindest bis zu ihrem 13. Lebensjahr großzuziehen. Zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr haben sie dann die Möglichkeit, ihr Kind quasi nachträglich abzutreiben, indem sie es zur Umwandlung schicken.
Umwandlung bedeutet aber laut Gesetz nicht gleich den Tod, denn die Körper der Jugendlichen müssen zu fast 100% (Der Blinddarm und Ähnliches sind hier ausgeschlossen) "weiterverwertet" werden. Die moderne Medizin ermöglicht es nicht nur Organe, sondern auch ganze Körperteile zu transplantieren, wodurch vielen Menschen das Leben gerettet beziehungsweise lebenswerter gemacht werden kann. Diese Methode wurde aber noch nicht ganz perfektioniert. Im Laufe der Geschichte wird nämlich klar, dass diese Körperteile, seien es Hände oder sogar Teile des Gehirns, nie ganz "vergessen", wer sie einmal waren. So kann die neue Hand eines Mannes zum Beispiel Kartentricks, die er vorher nie konnte oder ein Junge wird von Teilen seines Gehirns immer wieder zum Stehlen gedrängt.
Außerdem drängt sich die Hauptfrage des Buches immer mehr in den Vordergrund: "Wenn jeder einzelne Teil von dir noch lebt, jedoch in jemand anderem, lebst du dann noch oder bist du tot?"

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei ganz unterschiedliche Jugendliche, welche umgewandelt werden sollen und durch ihr Entkommen nun einen harten Überlebenskampf meistern müssen.
Connor erfährt rein zufällig einige Zeit vor dem geplanten Umwandlungstermin von dem Plan seiner Eltern. Er ist geschockt, verhält sich ihnen gegenüber aber besser als je zuvor, um ihnen ein schlechtes Gewissen und die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst zu machen.
Ria lebt in einem Waisenhaus, ist sehr begabt, was das Klavierspielen angeht, erfährt aber von einem Tag auf den nächsten, dass ihr Können einfach nicht ausreicht. Nur ganz besondere und intelligente Kinder dürfen weiter dort leben, der Rest wird umgewandelt, um Platz für neue Babys zu schaffen.
Der jüngere Lev hingegen wurde seit seiner Geburt auf seine Umwandlung vorbereitet. Er ist das zehnte Kind in seiner streng gläubigen Familie und muss somit, wie auch der zehnte Teil von allem anderen, geopfert werden. Er wurde sein ganzes Leben dazu erzogen, sich selbst als etwas ganz Besonderes  zu sehen und sich somit auf die Umwandlung zu freuen.

Die drei ungleichen Jugendlichen erleben einige schlimme, aber auch durchaus schöne Dinge, während sie teils zusammen und teils getrennt um ihr Überleben kämpfen. Dies ist ein Buch voller Action und Spannung, bringt den Leser aber auch ganz klar zum Nachdenken. Zum Nachdenken über die Gesetze, die Gesellschaft, Das Leben und auch ihre eigenen Familien, welche sie eigentlich lieben und nicht töten sollten. Andererseits sieht man auch die Nützlichkeit der Organ- und "Körperteilspenden", denn viele Leute würden ohne sie nicht überleben oder ein deutlich eingeschrenktes Leben führen.
Diskussionsansätze, die durchaus in gewissem Maße auf unsere Gesellschaft zutreffen, hier in einer Welt, wie unsere hoffentlich nie enden wird.

Mich persönlich hat das Ende leider ein wenig enttäuscht. Ich will hier natürlich nichts verraten, aber ich habe wirklich mit vielem gerechnet, nur nicht mit dem, was dort am Ende steht. Viele Leser werden das wahrscheinlich anders sehen und das ist auch gut so, doch nach einem so klasse Buch, war das Ende für mich eben nur mittelmäßig.

Ganz besonders zu betonen ist auch noch die Geschichte in der Geschichte. Die von Humphrey Dunfee. Zuerst als schauriges Gerücht unter den Jugendlichen verbreitet, lässt sie einen später vor Angst und Ekel erschaudern und endet dann doch ganz anders als gedacht. Dieser Verlauf führte zu dem meiner Meinung nach einzig perfekten Teil am Ende des Buches.

Zitate:
"In einer perfekten Welt wäre alles entweder weiß oder schwarz, richtig oder falsch, und jeder würde den Unterschied erkennen. Aber die Welt ist nicht perfekt. Das Problem sind die Menschen, die denken, sie wären es."

"Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wenn du mal so lange gelebt hast wie ich, wirst du eines gelernt haben: Menschen sind nicht einfach gut und sie sind nicht einfach böse. Wir wandern unser ganzes Leben zwischen der Dunkelheit und dem Licht hin und her. Derzeit freue ich mich, dass ich im Licht bin."

Donnerstag, 18. Oktober 2012

When all I needed was the truth!

I'd rather run the other way than stay and see the smoke and who's still standing when it clears.

Ist und bleibt eine der besten Bands, die ich kenne!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Tabaluga und die Zeichen der Zeit

Tabaluga und die Zeichen der Zeit am 13.10.2012 in Hamburg.
Dass ich regelmäßig auf Konzerte von Peter Maffay gehe, ist kein Geheimnis.
Doch mit Musicals habe ich bisher noch nicht so viele Erfahrungen machen können.
Da gab es Tabaluga und das verschenkte Glück 2003, da war ich immerhin auch erst 10 Jahre alt.
Dann noch Sister Act im Mai 2011, was mich ehrlich gesagt nicht so sehr begeistert hat. Es war schön anzusehen, aber eben nichts besonderes.
Und dann kam der letzte Samstag: Ich war total müde und hatte eigentlich gar keine Lust, aber als wir dann die Halle betreten haben, ging die Vorfreude bereits los!
Auf Bildern sieht es ja immer so weit weg aus und auch wenn man mit so einer schlechten Handykamera wie meiner Fotografiert, bringt das die Stimmung nicht so super rüber.
Fakt ist aber: Unsere Plätze in der 9. Reihe waren super gewählt, wir waren schön nah dran und konnten trotzdem alles überblicken.

Das Thema "Zeit" an sich ist ja sowieso schon was, über das man endlos philosophieren kann, doch wie gut es in diesem Musical umgesetzt wurde ist wirklich bemerkenswert.
Kann man sich Zeit kaufen?
Wie ist es, Zeit zu verschwenden?
Toll, sich für die schönen Dinge auch mal Zeit zu lassen!
Doch die Zeit bewegt sich immer nur vorwärts und sie steht niemals still. Außer in unseren Träumen.
Dieses wunderschöne Ende, ein letzter Tanz zwischen Tabaluga und Lilly, war wirklich episch.


Auch wenn ich zugeben muss, dass ich Mandy Capristos Stimme nach wie vor nicht mag und auch froh war, als sie wieder mit dem Singen aufgehört hat, ist ihre Verkörperung der Lilly gleichermaßen modern und angemessen.
Uwe Ochsenknecht war auch mit dabei und zwar als Kameliendame! Zunächst von seinem Bauch in diesem freizügigen Outfit sehr geschockt und von seinem nicht ganz so professionellen Gesang abgelenkt, musste ich später doch feststellen: Der Mann ist nicht nur ein wahrer Entertainer, dem es egal ist, ob er sich lächerlich macht, er hat auch einen besseren Hüftschwung drauf als viele Frauen, die ich kenne.


Die beiden Stargäste Rae Garvey und Sascha haben mich beide positiv überrascht! Sascha als Kuckuck zu sehen war zwar ein wenig ungewohnt, doch seine Stimme ist besser als ich dachte. Und Rae? Ja, der hat mich schlichtweg umgehauen und sogar Peter Maffay in den Schatten gestellt. Bei dem Lied "Dafür sind Freund da" (nennt es sich wirklich so?) schlenderte er ganz cool auf die Bühne und hatte eine Stimme wie nicht von dieser Welt. Ich habe noch nie jemanden live so gut singen hören.
Auch die Passagen, die er sich mit Peter teilte, waren super, auch wenn sie beim ersten Versuch des gleichzeitig Singens noch scheiterten. Als es beim zweiten Mal dann klappte, war es offensichtlich wie sehr sie sich amüsieren.
Die beiden mit der Band ganz vorne auf der Bühne, im Kreis, meistens zueinander gedreht, vereinzelt auch nach außen zum Publikum: definitiv mein Highlight des Abends!


Johannes Kneifel in Vögelsen - 12.10.2012

Vergangenen Freitag war es endlich so weit - Johannes Kneifel sprach in unserer Gemeinde von seinem bisherigen Leben.
Ich hatte sein Buch "Vom Saulus zum Paulus" ja bereits am Erscheinungstag gelesen und geliebt (klick) und war somit überglücklich als ich erfuhr, dass ich ihn bereits am Nachmittag kurz zum Kaffee trinken treffen darf.
Da er  für seine Aufenthaltszeit bei Bekannten aus meiner Gemeinde unterkam, fand das Treffen direkt dort, in einer sehr gemütlichen und heimischen Umgebung statt. Trotzdem war ich verdammt aufgeregt, denn ich sah ihn bis dahin natürlich wie einen Prominenten. Ich vergöttere sowieso alle Menschen, die gerne und gut schreiben und wenn dann sogar noch ein Buch erschienen ist, was mir so aus der Seele spricht - was war auch zu erwarten?
Ich durfte Johannes Kneifel als sehr sympatischen und höflichen Menschen erleben. Beinahe als hätte ich einfach einen angehenden Pastoren aus unserer Gemeinde getroffen, ein ganz normaler Mensch eben. Ich war - und bin - begeistert.

Direkt nach meiner Verabschiedung dort ging es dann auch schon zur Vorbereitung für die Veranstaltung am Abend.
Es mussten Cocktails vorbereitet werden (ein riesen Dank an die Jugendarbeit!), Tische getragen, dekoriert und vor Allem die Häppchen vorbereitet werden. Bei letzteren war ich die meiste Zeit vertreten - was das Schmieren von Broten auch für eine Arbeit sein kann! Dank einer meiner Kirchenvorsteher-Kolleginnen hatten wir professionelle Beratung und super Tipps zum Belegen und Anrichten. Vielen Dank also auch an Ulla!
Als dann langsam die Zuschauer eintrudelten, ich mit einer Kollegin unseren Büchertisch aufgebaut hatte und mir langsam klar wurde, dass ich ja gleich vor all den Menschen reden muss, war es bereits kurz vor acht.
Der gesamte Abend wurde von unserer Musiktruppe Flutissima begleitet, was für Entspannung sorgte und alles ein wenig gemütlicher und inoffizieller wirken lies.
Nach einer Begrüßung durch Pastor Willi Mann - dieser Kerl versteht es einfach vor vielen Menschen zu reden, alles wichtige zu erfassen und trotzdem für Lacher zu sorgen - kam ich dann an die Reihe.
Ein kleines persönliches Interview mit Herrn Kneifel sollte den Abend einläuten und ihn den Zuschauern auch als normalen Menschen etwas näher bringen.
Abgesehen davon, dass ich ziemlich gezittert, meinen Text runtergerattert und immer nur an eine Stelle gestarrt habe, war es doch ganz passabel. Naja und ich war so talentiert, dem Referenten das Mikro in die gebrochene Hand drücken zu wollen. Typisch!
Aber durch seinen ständigen Blickkontakt zu mir, seine lockere Art und seine Fähigkeit, das Publikum zum Lachen zu bringen, hat Herr Kneifel mir schon ein wenig den Ar*** gerettet.
Eine knappe Stunde lang redete er dann über sein Leben und auch, wenn es für jemanden, der das Buch bereits gelesen hat, ein wenig langweilig war, hat er das Publikum in seinen Bann gezogen. Trotzdem muss ich sagen: Das Buch ist so viel umfangreicher und seine Emotionen so viel besser ausgedrückt, dass es sich einfach lohnt, es zu lesen. Leider haben wir an dem Abend nur 9 Exemplare verkaufen können, aber hey, das sind schonmal 9 Leute mehr, die dadurch bereichert werden.
Nach der Pause, in der sich fleißig alle Gäste auf unsere Häppchen stürzten, den Referenten in Gespräche verwickelten und hoffentlich auch unsere Cocktails genossen, begann dann unsere kurze Fragerunde.
Leider war das Engagement des Publikums ein wenig verhalten, sodass alle lachen mussten, als ich bereits meine dritte Frage stellte! Aber ich wollte ja nunmal ein paar Antworten haben, auch wenn mich besonders eine davon ein wenig enttäuscht hat.
Ob er mit den Angestellten des Gefängnisses, mit denen er nicht besonders gut klar kam, nochmal das Gespräch gesucht hat, verneinte Herr Kneifel zu meinem Bedauern. Andererseits sagte er auch, dass er damit abgeschlossen habe und es für sich persönlich einfach nicht braucht. Diese Antwort respektiere ich natürlich, war jedoch ein wenig enttäuscht, mich selbst diesmal nicht in seinen Worten wiederfinden zu können.


Trotzdem konnte ich auch danach noch mit ihm lachen, ihn zu ein paar Fotos überreden UND ihn mit seiner unverletzten Hand ein Strichmännchen in mein Buch malen lassen. Das ist mehr als ich erwarten konnte und ich hoffe, diesem Mann auch noch ein zweites Mal in meinem Leben begegnen zu dürfen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Erkennst du dich wieder?

Willst du heiliger als Jesus sein, allmächtiger als Gott; perfekter als ein Wunder und endloser als der Tod?

Willst du härter als Titan sein, weil du so zerbrechlich bist und kälter als der Winter, weil dein Herz erfroren ist?

Hass bestimmt dein Tun, macht deine Sinne taub, wer hat dir den Verstand und dein Gefühl geraubt?

Du willst alles nur besitzen, solange du's nicht hast. Verfluchst dein eig'nes Leben, weil du es verpasst.

PETER MAFFAY (KLICK!)

Sonntag, 30. September 2012

Der Augensammler

Mein erster Thriller von Sebastian Fitzek und ich muss sagen: ich bin begeistert!
Auch wenn mir die Details der Taten (ja, ich bin ein wenig pervers veranlagt) - wie sie bei Max Bentow so wunderbar geschildert sind - hier ein wenig fehlen: Der Schreibstil und der gesamte psychologische Hintergrund gefallen mir sehr.
Mehr wollte ich gar nicht loswerden, denn das hier wird keine Rezension.
Nur noch ein paar Zitate.

"Manchmal umschreiben Worte ein ganzes Universum. "Ich liebe dich" und "Wir sind eine Familie" zum Beispiel. Eine Kombination harmloser Buchstaben, die deinem Leben einen Sinn geben. Und dann gibt es Sätze, die ihn dir wieder entreißen."

"Wir hinterfragen meist nur unsere Fehler. Nie unsere Erfolge. Wenn etwas gutgeht, nehmen wir es als gottgegeben hin. Wir grämen uns, wenn wir Geld verlieren oder von der Liebe unseres Lebens verlassen werden. Doch weshalb sie bei uns bleibt, fragen wir uns ebenso selten, wie wir uns über eine bestandene Prüfung wundern. Dabei sind es meiner Meinung nach weniger die Fehler, aus denen wir Menschen lernen können, als die Erfolge, die wir nicht verdienen. Wenn wir diese nicht hinterfragen, lullen sie uns ein, machen uns selbstgefällig, und wir können sie niemals wiederholen."

"Es gibt nur wenige Momente, in denen es uns Menschen gelingt, einzig und allein für den Augenblick zu leben. In denen es keine Zukunft und keine Vergangenheit gibt, sondern nur ein Hier und Jetzt."