Zitat der Woche

"Deshalb sage ich, dass es hier spukt - mein Laden ist voll von den Geistern der Bücher, die ich nicht gelesen habe. Armen ruhelosen Geistern, die immer um mich herum sind. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Geist eines Buches zu bannen - man muss es lesen."

(Christopher Morley)

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Johannes Kneifel in Vögelsen - 12.10.2012

Vergangenen Freitag war es endlich so weit - Johannes Kneifel sprach in unserer Gemeinde von seinem bisherigen Leben.
Ich hatte sein Buch "Vom Saulus zum Paulus" ja bereits am Erscheinungstag gelesen und geliebt (klick) und war somit überglücklich als ich erfuhr, dass ich ihn bereits am Nachmittag kurz zum Kaffee trinken treffen darf.
Da er  für seine Aufenthaltszeit bei Bekannten aus meiner Gemeinde unterkam, fand das Treffen direkt dort, in einer sehr gemütlichen und heimischen Umgebung statt. Trotzdem war ich verdammt aufgeregt, denn ich sah ihn bis dahin natürlich wie einen Prominenten. Ich vergöttere sowieso alle Menschen, die gerne und gut schreiben und wenn dann sogar noch ein Buch erschienen ist, was mir so aus der Seele spricht - was war auch zu erwarten?
Ich durfte Johannes Kneifel als sehr sympatischen und höflichen Menschen erleben. Beinahe als hätte ich einfach einen angehenden Pastoren aus unserer Gemeinde getroffen, ein ganz normaler Mensch eben. Ich war - und bin - begeistert.

Direkt nach meiner Verabschiedung dort ging es dann auch schon zur Vorbereitung für die Veranstaltung am Abend.
Es mussten Cocktails vorbereitet werden (ein riesen Dank an die Jugendarbeit!), Tische getragen, dekoriert und vor Allem die Häppchen vorbereitet werden. Bei letzteren war ich die meiste Zeit vertreten - was das Schmieren von Broten auch für eine Arbeit sein kann! Dank einer meiner Kirchenvorsteher-Kolleginnen hatten wir professionelle Beratung und super Tipps zum Belegen und Anrichten. Vielen Dank also auch an Ulla!
Als dann langsam die Zuschauer eintrudelten, ich mit einer Kollegin unseren Büchertisch aufgebaut hatte und mir langsam klar wurde, dass ich ja gleich vor all den Menschen reden muss, war es bereits kurz vor acht.
Der gesamte Abend wurde von unserer Musiktruppe Flutissima begleitet, was für Entspannung sorgte und alles ein wenig gemütlicher und inoffizieller wirken lies.
Nach einer Begrüßung durch Pastor Willi Mann - dieser Kerl versteht es einfach vor vielen Menschen zu reden, alles wichtige zu erfassen und trotzdem für Lacher zu sorgen - kam ich dann an die Reihe.
Ein kleines persönliches Interview mit Herrn Kneifel sollte den Abend einläuten und ihn den Zuschauern auch als normalen Menschen etwas näher bringen.
Abgesehen davon, dass ich ziemlich gezittert, meinen Text runtergerattert und immer nur an eine Stelle gestarrt habe, war es doch ganz passabel. Naja und ich war so talentiert, dem Referenten das Mikro in die gebrochene Hand drücken zu wollen. Typisch!
Aber durch seinen ständigen Blickkontakt zu mir, seine lockere Art und seine Fähigkeit, das Publikum zum Lachen zu bringen, hat Herr Kneifel mir schon ein wenig den Ar*** gerettet.
Eine knappe Stunde lang redete er dann über sein Leben und auch, wenn es für jemanden, der das Buch bereits gelesen hat, ein wenig langweilig war, hat er das Publikum in seinen Bann gezogen. Trotzdem muss ich sagen: Das Buch ist so viel umfangreicher und seine Emotionen so viel besser ausgedrückt, dass es sich einfach lohnt, es zu lesen. Leider haben wir an dem Abend nur 9 Exemplare verkaufen können, aber hey, das sind schonmal 9 Leute mehr, die dadurch bereichert werden.
Nach der Pause, in der sich fleißig alle Gäste auf unsere Häppchen stürzten, den Referenten in Gespräche verwickelten und hoffentlich auch unsere Cocktails genossen, begann dann unsere kurze Fragerunde.
Leider war das Engagement des Publikums ein wenig verhalten, sodass alle lachen mussten, als ich bereits meine dritte Frage stellte! Aber ich wollte ja nunmal ein paar Antworten haben, auch wenn mich besonders eine davon ein wenig enttäuscht hat.
Ob er mit den Angestellten des Gefängnisses, mit denen er nicht besonders gut klar kam, nochmal das Gespräch gesucht hat, verneinte Herr Kneifel zu meinem Bedauern. Andererseits sagte er auch, dass er damit abgeschlossen habe und es für sich persönlich einfach nicht braucht. Diese Antwort respektiere ich natürlich, war jedoch ein wenig enttäuscht, mich selbst diesmal nicht in seinen Worten wiederfinden zu können.


Trotzdem konnte ich auch danach noch mit ihm lachen, ihn zu ein paar Fotos überreden UND ihn mit seiner unverletzten Hand ein Strichmännchen in mein Buch malen lassen. Das ist mehr als ich erwarten konnte und ich hoffe, diesem Mann auch noch ein zweites Mal in meinem Leben begegnen zu dürfen.

Kommentare:

  1. Hört sich nach einem sehr interessanten Tag an! :)

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  2. katharina blachfelner28. November 2012 um 22:19

    ich habe mir das buch gekauft und habe beim lesen gespürt wie sehr ich mich mit johannes kneifel verbunden fühle. ich habe es geliebt dieses buch zu lesen.GOTT SEI DANK gibt es GOTT er hilft immer und nur er liebt und immer egal was getan oder unterlassen haben!!!

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    1. Es tut sehr gut zu lesen, dass es noch mehr Menschen als mir so ging.
      Ich habe leider aus meinem Umfeld sehr viel Kritik zu spüren bekommen, sehr viele Vorurteile.

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