Zitat der Woche

"Deshalb sage ich, dass es hier spukt - mein Laden ist voll von den Geistern der Bücher, die ich nicht gelesen habe. Armen ruhelosen Geistern, die immer um mich herum sind. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Geist eines Buches zu bannen - man muss es lesen."

(Christopher Morley)

Montag, 29. Oktober 2012

Ohne Titel

Manchmal sollte man einfach die Vergangenheit ruhen lassen. Über Dinge hinwegsehen und auch nicht an die Zukunft denken. Einfach leben. Genießen.
Man kann die schweren Dinge oft genug zumindest ein bisschen vereinfachen, man muss sich nur trauen.



Freitag, 26. Oktober 2012

Montag, 22. Oktober 2012

Rot wie Blut, Schneewittchen..

„Macht wirklich die Vergangenheit uns zu dem Menschen, der wir sind?“ fragt sich Kira, die nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat. Sie fühlt sich falsch in ihrer Welt und wird sowohl in der Realität als auch in ihrem Kopf verfolgt. Doch was tut man, wenn man in eine Rolle gedrängt wird und keiner glauben will, dass alles eigentlich anders abgelaufen ist?
Mit einem neu gewonnenen Freund macht sie sich auf die gefährliche Suche nach der Vergangenheit, der Wahrheit – und sich selbst.
(Warum dieses Buch gekauft werden soll: Von mir verpackt in 500 Zeichen)


"Schwarz wie Schnee" von Jutta Wilke 
von Sauerländer, im September 2012 erschienen
256 Seiten, deutsch
ISBN: 9783411811410
Preis: 14,99€

Kira wacht im Krankenhaus auf, komplett ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben. Während sie sich fragt, weshalb sie weder ihren eigenen Namen noch ihre Mutter wiedererkennt, beginnt aber schon die Unruhe in ihr. 
Alle erzählen, dass ihr Roller in der Kurve von der vereisten Fahrbahn abgekommen ist. Sie sei zu schnell gefahren, habe keinen Helm getragen und solle nun froh sein, das ganze überhaupt überlebt zu haben. Doch warum sind die letzten Erinnerungen, die Kira hat, ganz anders? Sie kann sich an den Schnee und die Bäume erinnern, jedoch an keinen Roller. Sie ist sich so sicher, dass sie die Straße entlanggelaufen ist und noch viel sicherer ist sie sich, dass sie irgendjemand verfolgt hat.
Während sie in ein Leben geworfen wird, was ihr völlig fremd ist, begegnet sie gleich mehreren Leuten, die sie bedrohen und erfährt noch andere schlimme Dinge über ihr "früheres" Leben. Doch warum kommt ihr alles so fremd vor, warum kann sie sich jetzt, nach dem Unfall, noch nicht einmal mit dem Gedanken anfreunden, dass sie früher nur schwarz getragen und geraucht hat?

"Macht wirklich die Vergangenheit uns zu dem Menschen, der wir sind, oder ist es vielmehr die Zukunft, die unser Leben bestimmt?"

Dieser Gedanke ist - zumindest meiner Meinung nach - nicht nur eine Frage, er ist auch eine Ermutigung an alle Leser.

Wie mir schon bei "Wie ein Flügelschlag" aufgefallen ist, gibt es bei Frau Wilke keinen typischen Spannungsbogen. Es beginnt mit einer sehr unklaren Situation, sowohl für den Leser als auch den Protagonisten selbst, geht dann in stetigem Tempo voran, bis plötzlich dieser eine Punkt kommt. Der Punkt, an dem man endlich begreift, an dem endlich Licht ins Dunkel gebracht wird.
Und dann geht auf einmal alles - wie auch im wirklichen Leben - ganz schnell.
Doch bei diesem Buch ist das noch nicht genug, denn offener könnte das Ende kaum sein. Das Ende beschreibt in gewisser Weise einen neuen Anfang, man ist geschockt und wagt kaum zu vermuten, wie die Geschichte dieses Mal weitergehen würde - und dann ist Schluss. Einfach Schluss.

Ohne zu viel verraten zu wollen, muss ich anmerken, dass ein Punkt an dieser Geschichte wirklich zu kritisieren ist: Die Erklärung. Der Grund für alles und die Möglichkeit, wie diese ganzen Dinge überhaupt passieren konnten, ist einfach ausgelutscht. Die Autorin hat sich hier an einem Klischee bedient, hat sich nichts neues einfallen lassen.
Doch wird auch deutlich, dass dies die einzige Möglichkeit war, die Geschichte so entstehen lassen zu können, also sei es verziehen.
Und obwohl ich es super finde, dass bei Frau Wilke alles immer so plötzlich, unerwartet und vor Allem schnell kommt, ist es mir hier doch ein bisschen zu wenig ausgearbeitet. Das, was sie auf 20 Seiten gequetscht hat, würde ein mancher Autor wohl auf Hunderten beschreiben. Doch zumindest 50 hätte Frau Wilke dem Endteil des Buches meiner Meinung nach widmen können.

Samstag, 20. Oktober 2012

Vince Kidd

Ich vergöttere ihn und ich finde, mehr Leute sollten ihn kennen. Zwei neuere Videos zuerst und dann die zwei besten Videos aus The Voice. Ich liebe ihn.

Ein Wunsch..

"Mache einen Plan und verfolge ihn konsequent, sei dabei unbeugsam in deinem Ziel, aber beweglich in den Mitteln." 
(Aus Über den grünen Klee geküsst von Jana Seidel)

Man möchte Beachtung, Aufmerksamkeit, Anerkennung.
Man möchte, dass die Leute sich für das interessieren, was man schreibt.
Man möchte, dass möglichst viele die Begeisterung zu gewissen Dingen teilen.
Man möchte auch in gewisser Weise zumindest ein kleines Stück die Welt verändern.
Meinungen, Ansichten und Überzeugungen verändern.
Loswerden, was man zu sagen hat.
Und gehört werden.

Wir alle haben unterschiedliche Einstellungen, begeistern uns für die verschiedensten Dinge.
Doch kann nicht letztlich jeder etwas von den anderen lernen?

Das geschriebene Wort ehren.
Zum Nachdenken anregen.
Bewegen.

Ich hoffe, dass ich es irgendwann soweit schaffe, dass es die Leute wirklich interessiert, was ich persönlich zu sagen und auch von anderen weiterzugeben habe.

Freitag, 19. Oktober 2012

Vollendet


Vollendet von Neal Shusterman,
432 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783411809929
Preis: 16,99 €
Erscheinungsjahr: 2012
Sprache: Deutsch

Nachdem mir eine Kollegin von diesem Buch vorschwärmte, was mich persönlich vom Äußeren her sowieso schon ansprach, musste ich es natürlich auch lesen.
Da ich gerade im Jugendbuchbereich in letzter Zeit häufiger mit "modernen" Themen konfrontiert war, überraschte es mich umso mehr, dass hier zwei scheinbar gar nicht zusammenhängende Themen kombiniert wurden: Abtreibung und Organspende.

Der Grundgedanke, den viele Menschen in der Gesellschaft wie sie hier beschrieben wird vertreten und welche auch durch Gesetze dingfest gemacht wurde, ist folgender:
Die Abtreibung wurde zunächst vollständig verboten. Eltern waren gezwungen, ihre Kinder zumindest bis zu ihrem 13. Lebensjahr großzuziehen. Zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr haben sie dann die Möglichkeit, ihr Kind quasi nachträglich abzutreiben, indem sie es zur Umwandlung schicken.
Umwandlung bedeutet aber laut Gesetz nicht gleich den Tod, denn die Körper der Jugendlichen müssen zu fast 100% (Der Blinddarm und Ähnliches sind hier ausgeschlossen) "weiterverwertet" werden. Die moderne Medizin ermöglicht es nicht nur Organe, sondern auch ganze Körperteile zu transplantieren, wodurch vielen Menschen das Leben gerettet beziehungsweise lebenswerter gemacht werden kann. Diese Methode wurde aber noch nicht ganz perfektioniert. Im Laufe der Geschichte wird nämlich klar, dass diese Körperteile, seien es Hände oder sogar Teile des Gehirns, nie ganz "vergessen", wer sie einmal waren. So kann die neue Hand eines Mannes zum Beispiel Kartentricks, die er vorher nie konnte oder ein Junge wird von Teilen seines Gehirns immer wieder zum Stehlen gedrängt.
Außerdem drängt sich die Hauptfrage des Buches immer mehr in den Vordergrund: "Wenn jeder einzelne Teil von dir noch lebt, jedoch in jemand anderem, lebst du dann noch oder bist du tot?"

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei ganz unterschiedliche Jugendliche, welche umgewandelt werden sollen und durch ihr Entkommen nun einen harten Überlebenskampf meistern müssen.
Connor erfährt rein zufällig einige Zeit vor dem geplanten Umwandlungstermin von dem Plan seiner Eltern. Er ist geschockt, verhält sich ihnen gegenüber aber besser als je zuvor, um ihnen ein schlechtes Gewissen und die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst zu machen.
Ria lebt in einem Waisenhaus, ist sehr begabt, was das Klavierspielen angeht, erfährt aber von einem Tag auf den nächsten, dass ihr Können einfach nicht ausreicht. Nur ganz besondere und intelligente Kinder dürfen weiter dort leben, der Rest wird umgewandelt, um Platz für neue Babys zu schaffen.
Der jüngere Lev hingegen wurde seit seiner Geburt auf seine Umwandlung vorbereitet. Er ist das zehnte Kind in seiner streng gläubigen Familie und muss somit, wie auch der zehnte Teil von allem anderen, geopfert werden. Er wurde sein ganzes Leben dazu erzogen, sich selbst als etwas ganz Besonderes  zu sehen und sich somit auf die Umwandlung zu freuen.

Die drei ungleichen Jugendlichen erleben einige schlimme, aber auch durchaus schöne Dinge, während sie teils zusammen und teils getrennt um ihr Überleben kämpfen. Dies ist ein Buch voller Action und Spannung, bringt den Leser aber auch ganz klar zum Nachdenken. Zum Nachdenken über die Gesetze, die Gesellschaft, Das Leben und auch ihre eigenen Familien, welche sie eigentlich lieben und nicht töten sollten. Andererseits sieht man auch die Nützlichkeit der Organ- und "Körperteilspenden", denn viele Leute würden ohne sie nicht überleben oder ein deutlich eingeschrenktes Leben führen.
Diskussionsansätze, die durchaus in gewissem Maße auf unsere Gesellschaft zutreffen, hier in einer Welt, wie unsere hoffentlich nie enden wird.

Mich persönlich hat das Ende leider ein wenig enttäuscht. Ich will hier natürlich nichts verraten, aber ich habe wirklich mit vielem gerechnet, nur nicht mit dem, was dort am Ende steht. Viele Leser werden das wahrscheinlich anders sehen und das ist auch gut so, doch nach einem so klasse Buch, war das Ende für mich eben nur mittelmäßig.

Ganz besonders zu betonen ist auch noch die Geschichte in der Geschichte. Die von Humphrey Dunfee. Zuerst als schauriges Gerücht unter den Jugendlichen verbreitet, lässt sie einen später vor Angst und Ekel erschaudern und endet dann doch ganz anders als gedacht. Dieser Verlauf führte zu dem meiner Meinung nach einzig perfekten Teil am Ende des Buches.

Zitate:
"In einer perfekten Welt wäre alles entweder weiß oder schwarz, richtig oder falsch, und jeder würde den Unterschied erkennen. Aber die Welt ist nicht perfekt. Das Problem sind die Menschen, die denken, sie wären es."

"Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wenn du mal so lange gelebt hast wie ich, wirst du eines gelernt haben: Menschen sind nicht einfach gut und sie sind nicht einfach böse. Wir wandern unser ganzes Leben zwischen der Dunkelheit und dem Licht hin und her. Derzeit freue ich mich, dass ich im Licht bin."

Donnerstag, 18. Oktober 2012

When all I needed was the truth!

I'd rather run the other way than stay and see the smoke and who's still standing when it clears.

Ist und bleibt eine der besten Bands, die ich kenne!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Tabaluga und die Zeichen der Zeit

Tabaluga und die Zeichen der Zeit am 13.10.2012 in Hamburg.
Dass ich regelmäßig auf Konzerte von Peter Maffay gehe, ist kein Geheimnis.
Doch mit Musicals habe ich bisher noch nicht so viele Erfahrungen machen können.
Da gab es Tabaluga und das verschenkte Glück 2003, da war ich immerhin auch erst 10 Jahre alt.
Dann noch Sister Act im Mai 2011, was mich ehrlich gesagt nicht so sehr begeistert hat. Es war schön anzusehen, aber eben nichts besonderes.
Und dann kam der letzte Samstag: Ich war total müde und hatte eigentlich gar keine Lust, aber als wir dann die Halle betreten haben, ging die Vorfreude bereits los!
Auf Bildern sieht es ja immer so weit weg aus und auch wenn man mit so einer schlechten Handykamera wie meiner Fotografiert, bringt das die Stimmung nicht so super rüber.
Fakt ist aber: Unsere Plätze in der 9. Reihe waren super gewählt, wir waren schön nah dran und konnten trotzdem alles überblicken.

Das Thema "Zeit" an sich ist ja sowieso schon was, über das man endlos philosophieren kann, doch wie gut es in diesem Musical umgesetzt wurde ist wirklich bemerkenswert.
Kann man sich Zeit kaufen?
Wie ist es, Zeit zu verschwenden?
Toll, sich für die schönen Dinge auch mal Zeit zu lassen!
Doch die Zeit bewegt sich immer nur vorwärts und sie steht niemals still. Außer in unseren Träumen.
Dieses wunderschöne Ende, ein letzter Tanz zwischen Tabaluga und Lilly, war wirklich episch.


Auch wenn ich zugeben muss, dass ich Mandy Capristos Stimme nach wie vor nicht mag und auch froh war, als sie wieder mit dem Singen aufgehört hat, ist ihre Verkörperung der Lilly gleichermaßen modern und angemessen.
Uwe Ochsenknecht war auch mit dabei und zwar als Kameliendame! Zunächst von seinem Bauch in diesem freizügigen Outfit sehr geschockt und von seinem nicht ganz so professionellen Gesang abgelenkt, musste ich später doch feststellen: Der Mann ist nicht nur ein wahrer Entertainer, dem es egal ist, ob er sich lächerlich macht, er hat auch einen besseren Hüftschwung drauf als viele Frauen, die ich kenne.


Die beiden Stargäste Rae Garvey und Sascha haben mich beide positiv überrascht! Sascha als Kuckuck zu sehen war zwar ein wenig ungewohnt, doch seine Stimme ist besser als ich dachte. Und Rae? Ja, der hat mich schlichtweg umgehauen und sogar Peter Maffay in den Schatten gestellt. Bei dem Lied "Dafür sind Freund da" (nennt es sich wirklich so?) schlenderte er ganz cool auf die Bühne und hatte eine Stimme wie nicht von dieser Welt. Ich habe noch nie jemanden live so gut singen hören.
Auch die Passagen, die er sich mit Peter teilte, waren super, auch wenn sie beim ersten Versuch des gleichzeitig Singens noch scheiterten. Als es beim zweiten Mal dann klappte, war es offensichtlich wie sehr sie sich amüsieren.
Die beiden mit der Band ganz vorne auf der Bühne, im Kreis, meistens zueinander gedreht, vereinzelt auch nach außen zum Publikum: definitiv mein Highlight des Abends!


Johannes Kneifel in Vögelsen - 12.10.2012

Vergangenen Freitag war es endlich so weit - Johannes Kneifel sprach in unserer Gemeinde von seinem bisherigen Leben.
Ich hatte sein Buch "Vom Saulus zum Paulus" ja bereits am Erscheinungstag gelesen und geliebt (klick) und war somit überglücklich als ich erfuhr, dass ich ihn bereits am Nachmittag kurz zum Kaffee trinken treffen darf.
Da er  für seine Aufenthaltszeit bei Bekannten aus meiner Gemeinde unterkam, fand das Treffen direkt dort, in einer sehr gemütlichen und heimischen Umgebung statt. Trotzdem war ich verdammt aufgeregt, denn ich sah ihn bis dahin natürlich wie einen Prominenten. Ich vergöttere sowieso alle Menschen, die gerne und gut schreiben und wenn dann sogar noch ein Buch erschienen ist, was mir so aus der Seele spricht - was war auch zu erwarten?
Ich durfte Johannes Kneifel als sehr sympatischen und höflichen Menschen erleben. Beinahe als hätte ich einfach einen angehenden Pastoren aus unserer Gemeinde getroffen, ein ganz normaler Mensch eben. Ich war - und bin - begeistert.

Direkt nach meiner Verabschiedung dort ging es dann auch schon zur Vorbereitung für die Veranstaltung am Abend.
Es mussten Cocktails vorbereitet werden (ein riesen Dank an die Jugendarbeit!), Tische getragen, dekoriert und vor Allem die Häppchen vorbereitet werden. Bei letzteren war ich die meiste Zeit vertreten - was das Schmieren von Broten auch für eine Arbeit sein kann! Dank einer meiner Kirchenvorsteher-Kolleginnen hatten wir professionelle Beratung und super Tipps zum Belegen und Anrichten. Vielen Dank also auch an Ulla!
Als dann langsam die Zuschauer eintrudelten, ich mit einer Kollegin unseren Büchertisch aufgebaut hatte und mir langsam klar wurde, dass ich ja gleich vor all den Menschen reden muss, war es bereits kurz vor acht.
Der gesamte Abend wurde von unserer Musiktruppe Flutissima begleitet, was für Entspannung sorgte und alles ein wenig gemütlicher und inoffizieller wirken lies.
Nach einer Begrüßung durch Pastor Willi Mann - dieser Kerl versteht es einfach vor vielen Menschen zu reden, alles wichtige zu erfassen und trotzdem für Lacher zu sorgen - kam ich dann an die Reihe.
Ein kleines persönliches Interview mit Herrn Kneifel sollte den Abend einläuten und ihn den Zuschauern auch als normalen Menschen etwas näher bringen.
Abgesehen davon, dass ich ziemlich gezittert, meinen Text runtergerattert und immer nur an eine Stelle gestarrt habe, war es doch ganz passabel. Naja und ich war so talentiert, dem Referenten das Mikro in die gebrochene Hand drücken zu wollen. Typisch!
Aber durch seinen ständigen Blickkontakt zu mir, seine lockere Art und seine Fähigkeit, das Publikum zum Lachen zu bringen, hat Herr Kneifel mir schon ein wenig den Ar*** gerettet.
Eine knappe Stunde lang redete er dann über sein Leben und auch, wenn es für jemanden, der das Buch bereits gelesen hat, ein wenig langweilig war, hat er das Publikum in seinen Bann gezogen. Trotzdem muss ich sagen: Das Buch ist so viel umfangreicher und seine Emotionen so viel besser ausgedrückt, dass es sich einfach lohnt, es zu lesen. Leider haben wir an dem Abend nur 9 Exemplare verkaufen können, aber hey, das sind schonmal 9 Leute mehr, die dadurch bereichert werden.
Nach der Pause, in der sich fleißig alle Gäste auf unsere Häppchen stürzten, den Referenten in Gespräche verwickelten und hoffentlich auch unsere Cocktails genossen, begann dann unsere kurze Fragerunde.
Leider war das Engagement des Publikums ein wenig verhalten, sodass alle lachen mussten, als ich bereits meine dritte Frage stellte! Aber ich wollte ja nunmal ein paar Antworten haben, auch wenn mich besonders eine davon ein wenig enttäuscht hat.
Ob er mit den Angestellten des Gefängnisses, mit denen er nicht besonders gut klar kam, nochmal das Gespräch gesucht hat, verneinte Herr Kneifel zu meinem Bedauern. Andererseits sagte er auch, dass er damit abgeschlossen habe und es für sich persönlich einfach nicht braucht. Diese Antwort respektiere ich natürlich, war jedoch ein wenig enttäuscht, mich selbst diesmal nicht in seinen Worten wiederfinden zu können.


Trotzdem konnte ich auch danach noch mit ihm lachen, ihn zu ein paar Fotos überreden UND ihn mit seiner unverletzten Hand ein Strichmännchen in mein Buch malen lassen. Das ist mehr als ich erwarten konnte und ich hoffe, diesem Mann auch noch ein zweites Mal in meinem Leben begegnen zu dürfen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Erkennst du dich wieder?

Willst du heiliger als Jesus sein, allmächtiger als Gott; perfekter als ein Wunder und endloser als der Tod?

Willst du härter als Titan sein, weil du so zerbrechlich bist und kälter als der Winter, weil dein Herz erfroren ist?

Hass bestimmt dein Tun, macht deine Sinne taub, wer hat dir den Verstand und dein Gefühl geraubt?

Du willst alles nur besitzen, solange du's nicht hast. Verfluchst dein eig'nes Leben, weil du es verpasst.

PETER MAFFAY (KLICK!)