Zitat der Woche

"Deshalb sage ich, dass es hier spukt - mein Laden ist voll von den Geistern der Bücher, die ich nicht gelesen habe. Armen ruhelosen Geistern, die immer um mich herum sind. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Geist eines Buches zu bannen - man muss es lesen."

(Christopher Morley)

Donnerstag, 26. September 2013

Der Duft des Regens


"Der Duft des Regens" 
von Frances Greenslade
978-3-458-35955-5
Insel Taschenbuch

Klappentext:
In den weiten Wäldern Kanadas wachsen die Schwestern Maggie und Jenny behütet und umsorgt auf. Bis die Mutter die Mädchen eines Tages bei einer fremden Familie in der Stadt in Obhut gibt - vorübergehend, sagt sie. Doch Tage werden zu Wochen, Wochen zu Monaten und zu Jahren. Schließlich macht sich Maggie auf, die Mutter zu finden, und kehrt zurück in die mächtigen Wälder, an die Orte ihrer Kindheit...

Viel mehr als in diesem Klappentext steht kann und will ich euch vom Inhalt gar nicht verraten, besser ist es kaum zusammenzufassen. Das Buch ist aus Maggies Sicht, also aus Sicht der jüngeren, aber in vielen Punkten reiferen Schwester geschrieben. Beim Lesen merkt man oft gar nicht, wie jung die beiden Mädchen und auch ihre Mutter eigentlich sind: Mit 16 Jahren brachte Irene bereits Jenny zur Welt, damals normal und kaum umstritten, war sie ja verheiratet. Doch was es für alle Beteiligten für Schwierigkeiten mit sich bringt, so früh bereits reif und überlegt handeln zu müssen und von der Gesellschaft als Erwachsene betrachtet zu werden, kommt erst nach und nach ans Licht.
Von der Mutter allein gelassen, bauen sich die beiden Schwestern ein komplett neues Leben auf, Maggie beginnt bereits mit 12 Jahren ihren ersten Nebenjob, um sich weitgehend selbst versorgen zu können. Neue "Familie", neue Freunde, neue Herausforderungen. Doch nach etlichen Debatten, ob sie ihre Mutter nun suchen sollen oder nicht - denn schließlich ist sie ja die Mutter - führt das Schicksal die beiden an einen Punkt, der ihnen keine Wahl mehr lässt.
Maggie macht sich auf die Suche nach Irene und erfährt mehr als sie je zu glauben gewagt hätte: Eine ganz andere Version der Vergangenheit als die beiden Schwestern immer gedacht haben.

Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle Altersklassen ab 16 aufwärts.
Meist sehr ernst und nüchtern geschrieben, brachte es mich trotzdem jede Menge zum Träumen.
Vor allem die Schilderungen der Natur und das einfache Leben sämtlicher Charaktere haben mich fasziniert.
Am meisten hat mich jedoch die - wenn auch nur relativ kurz erwähnte - Vater-Tochter-Beziehung zwischen Maggie und Patrick gepackt. Allein für diese wenigen Zeilen lohnt es sich, dieses Buch zu lesen, ganz egal ob man selbst ein "Papa-Kind" war oder nicht.


Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar
http://www.suhrkamp.de/

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